
Liebe Leserinnen und Leser,
„Alles hat seine Zeit…“
Prediger Salomo 3, 1-11
Menschen eilen, laufen, hetzen. Wie oft sind wir in einem Netz von Eile und Zeitnot gefangen! Das Treiben der modernen Welt wird immer fieberhafter und die Menschen immer gehetzter. Wir haben Angst, etwas zu verpassen, und jagen den Gelegenheiten hinterher. Mancher mürrisch und unzufrieden, wenn er auf die verpassten Lebensmöglichkeiten blickt.
Den Geschäftigen rinnt sie wie Sand durch die Finger. Den Trägen hängt sie wie ein Mühlstein um den Hals. Die jungen Leute können oft nicht abwarten, bis sie vergeht. Die Älteren möchten sie gern noch ein wenig festhalten. Nichts täuscht uns mehr als die Zeit!
Gott schenkt uns die Jahre unseres Lebens – jeden Augenblick. Sie gehören uns und wir dürfen sie nach Belieben füllen.
Nach Belieben? Wahllos? Wie es mir gerade in den Sinn kommt?
Was alles lässt sich mit der geschenkten Zeit beginnen? Wir können zum Beispiel unsere Lebenszeit nutzen, um mitzuhelfen, dass unter uns Menschen Liebe und Miteinander eine Heimat haben. Wir können unsere Zeit nutzen, dass Streit beendet wird. Das wir am Frieden mitbauen, damit auch die nächsten Generationen eine Welt vorfinden, in der es sich zu leben lohnt. Zeit ist die große Leihgabe Gottes an die Menschen. Sie ist wie ein Gefäß, das sich mit Freude, Liebe und Leben füllen kann oder unter unseren Händen in tausend Scherben zerbricht.
Hier schenkt uns die Jahreslosung für das Jahr 2026 Trost und Zuversicht:
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21, 5)
Und mit Gottvertrauen können wir die Worte von A. E. Stevenson in uns wirken lassen: „Nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren.“
Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir bewusst, wie schnell die Jahre meines Dienstes in der Region Drei Gleichen verflossen sind.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest
und ein ebenso gesegnetes Jahr 2026
wünscht Bernd Kramer
Pfarrer in Apfelstädt
