
Liebe Leserinnen und Leser,
(2.Korinther 4,7–9)
„Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen,
damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.“
Einzigartigkeit ist es, was heute jeder will. Ein einzigartiges Stück besitzen, etwas, das sonst keiner hat, …ist von besonderem Wert. Dabei sind wir alle einzigartig. Wir sind zwar auch gleich, aber im Grunde sind wir unterschiedlich – ein jeder ist ein echtes Unikat. Vielleicht hast du einen Doppelgänger, aber selbst Zwillinge sind unterschiedlich. In jedem von uns wohnt ein eigener Geist, ein eigenes Ich. Warum bin ich, ich und nicht du? … ist eine Frage, die sich Kinder irgendwann stellen. Und in jedem von uns wohnen Wünsche und Träume und die tiefe Sehnsucht, in unserer Einzigartigkeit gesehen und erkannt zu werden.
Besonders schön sind Schalen, die nach einer japanischen Reparaturtechnik repariert werden. In Japan gibt es die Kunst des Kintsugi. Zerbrochene Gefäße werden nicht versteckt, sondern mit Gold zusammengefügt. Die Bruchstellen bleiben sichtbar und verleihen dem Gefäß eine einzigartige Schönheit. Es ist ein wunderbares Bild für unser eigenes und für unser gemeinsames Leben, finde ich und auch ein schönes Bild für die Kirche. Wir Christen sind mit unserem endlichen und mit unseren zerbrochenen Leben Teile der christlichen Gemeinschaft. Und gemeinsam sind wir Teile des göttlichen Kelches, in dem der Geist Gottes in dieser Welt erfahrbar ist. So verbindet sich aus dem unvollkommenen und einzigartigen Leben aller die Herrlichkeit Gottes in dieser Welt. Wo wir das verstehen, wird sein Heil greifbar. Jetzt müssen wir nur noch dazu stehen, der Rest ist schon getan. Gott ist unter uns und durch uns präsent in dieser Welt, damit seine überschwängliche Kraft in der Welt erfahrbar werde.
Der Herr ist auferstanden.
Amen
Pfarrer Matthias Müller
(Pfarrbereich Mühlberg)
