Gottesdienst Quasimodogeniti

Gottesdienst am 19.April 2020

Einstimmung (Kerze anzünden)


Am Anfang – Gott sagt: Ich bin auf deiner Seite. Am Anfang – Jesus verspricht: Ich bin bei euch alle Tage bis es mit der Welt zu Ende geht. Am Anfang – das Vertrauen wächst: Ich gehöre zu Gott. Das macht Gottes Geist. Amen.
Im Namen Gottes sind wir heute verbunden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Heute geht es um Wasser. Das ist erstmal nichts Besonderes. Schließlich kommt bei uns Wasser aus jedem Wasserhahn. Und doch: Ohne Wasser gibt es kein Leben. Wasser erscheint uns selbstverständlich – aber in Wahrheit ist es viel mehr als das. Denn: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

nach Psalm 31
Ich brauche dich, Gott, damit es mir gut geht. Manchmal liege ich am Boden. Ich weiß nicht mehr weiter. Manchmal habe ich großen Durst nach Leben. Und keiner ist da, der meinen Lebensdurst stillt. Hör mir zu. Komm und hilf mir. Darum spreche ich: Guter Gott, auf dich vertraue ich.
Denn ich weiß, bei dir bin ich geborgen. Deine Worte in der Bibel zeigen mir, wie ich leben kann. Darum spreche ich: Guter Gott, auf dich vertraue ich.
Dir vertraue ich. Bei dir fühle ich mich sicher. Ich bekomme neuen Mut. Ich fühle mich wie neugeboren. Darum spreche ich: Guter Gott, auf dich vertraue ich.
Ich freue mich, weil du dich um mich in meiner Not kümmerst. Du stehst mir bei. Darum spreche ich: Guter Gott, auf dich vertraue ich.

Bibeltext Johannes 20,20-29
Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich's nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Gedanken zum Bibeltext:
Damals beim allerersten Ostern ist keine unendliche Freude. Furcht und Zweifel und zaghaftes Begreifen. Dann kommt Jesus zu seinen eingeschlossenen Freunden. Fenster und Türen sind verriegelt. Eingeigelt in ihre Furcht und Verzweiflung, übervoller Kummer. So leben sie dahinter - brutal hoffnungslos.
Jesus kommt herein. Ist genau da mitten unter ihnen. Im tiefsten Schmerz. Keine Fanfaren oder goldener Schein. Er ist gekommen für diesen Kontakt. Für diese Begegnung. Er nimmt sie wahr. Still zeigt er ihnen seine eigene Wunden.
„Habt keine Angst.“ „Meinen Geist gebe ich euch.“ Thomas darf die Wunden berühren. Denn er kann es kaum glauben. Doch. Es gibt mich. Sagt Jesus. Ihr könnt das überwinden. Und noch viel mehr.
Diese Hoffnung machte die Eingeschlossenen wieder lebendig.
„Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. In seiner großen Barmherzigkeit hat er uns sozusagen neu geboren. Durch die Auferweckung von Jesus Christus aus dem Tod hat er uns eine lebendige Hoffnung geschenkt.“ schreibt einer im Petrusbrief - später.
Eine lebendige Hoffnung. Was ist das für eine? Eine besondere Hoffnung, die wir da haben. Es ist nicht die normale Hoffnung,
die hofft, dass der Kuchen was wird, oder dass das Auto noch TÜV kriegt, dass es übermorgen nicht regnet oder dass Bayern gewinnt, oder Dortmund oder Schalke. Diese Hoffnung ist es nicht. Nicht so eine Wunschhoffnung.
Lebendige Hoffnung ist Hoffnung gegen besseres Wissen. Lebendige Hoffnung lacht und strahlt der Angst ins Gesicht und hört zu, schenkt Heimat, wo sie verloren war, sprudelt hervor, wo es brutal hoffnungslos ist.
Eine lebendige Hoffnung ist die derer, die so verrückt sind zu glauben ohne zu sehen. Die lieben können, ohne etwas „in der Hand“ zu haben. Lebendige Hoffnung ist Hoffnung, aus der neues Leben wächst. Wie als Jesus aufstand vom Tod.
Lebendige Hoffnung ist eine Hoffnung, die dir bei der Taufe über die Stirn läuft. Frisches Wasser, das zurück in das Becken tropft. Wasser, das direkt aus dem Himmel fließt.
So weit, so klar, so tief und so nah, wie ein grenzenloses Meer.
Lebendige Hoffnung bist du für mich, bin ich für dich. So hat Jesus das gemeint. Amen.

Erinnerung an die Taufe
(stell dir eine Schüssel mit Wasser auf den Tisch)
Wir sind alle geboren worden -- aber wir wissen es nicht mehr. Täglich spüren wir die Kraft und die Last des Körpers und sorgen für das, was er braucht.
Wir sind getauft worden -- aber wir wissen es vielleicht nicht mehr. Täglich müssen wir uns entscheiden, uns durchsetzen, Verständnis aufbringen und um Vergebung bitten.
Wir spüren, dass wir unsere Kraft aus Quellen schöpfen, die wir nicht gespeist haben. Wir erinnern uns an unsere Taufe. Unsere Eltern oder auch wir selber haben JA gesagt. JA wie Gott, der schon immer zu uns JA sagt. Ja, du bist mein Kind. Du Mensch, wie groß oder klein, ein Gotteskind.
Doch wo sehen wir unsere Taufe heute noch? In unserem Denken? In unserem Tun? In unserem Hoffen? In unserem Mut? Im Alltag?
Daher erinnern wir uns heute an unsere Taufe: Wasser. Ein Taufbecken. Wassertropfen. Wasser, das uns erfrischt und neu macht. Wasser, das uns reinigt und neu macht. Wasser, ohne das wir nicht leben können. Taufen kann sich keiner selbst, aber an die Taufe
erinnern das können wir.
Wir greifen in das Wasser. Lassen es durch unsere Finger rinnen. Sehen den Tropfen beim Eintauchen zu. Es plätschert. Es erfrischt.
Nehmen dieses Gefühl vom Wasser des Lebens auf der Haut mit. Tragen unsere Taufe in die Welt. Sagen: Ja, ich bin getauft!

Liedtext
Wasser des Lebens fließt wie ein Strom vom Himmel her, von Gottes Thron. Es überflutet das dürre Land. Das ist der Segen aus Gottes Hand.
So weit, so klar, so tief und so nah, im Strom der Gnade schwimme ich, und Deine Liebe fließt durch mich. So weit, so klar, so tief und so nah, so wie ein grenzenloses Meer ist Deine Güte um mich her.
Nimm meine Hände, nimm meinen Geist, nimm, was ich habe, nimm, was ich weiß, und still diese Sehnsucht ganz tief in mir, denn das was gut ist kommt, Gott, von Dir!

Fürbitten und Vaterunser
Wir bitten dich, erhöre uns, lebendiger Gott. Die Welt hat Durst. Menschen, Tiere und die Natur. Du schenkst dein lebendiges Wasser umsonst. Wir bitten dich, dass du ihren Durst stillst. Lass uns Wege finden, den Durst auf der Welt zu beenden und untereinander teilen, was du uns allen geschenkt hast.
Wir bitten dich für uns alle, die wir uns heute noch einmal an unsere Taufe erinnert haben: behüte und beschütze uns. Lass uns im Glauben und im Vertrauen auf dich wachsen. Du zeigst uns, wie wir leben können. Hilf uns, das auch zu tun.
Wir bitten dich für die die, die auf der Schattenseite des Lebens sind: hilf uns, ihnen beizustehen und für sie und ihre Rechte einzutreten. Als deine Kinder bitten wir: Vater unser im Himmel…

Segen
Deine Hand ist über mir und ich stehe unter deinem Schutz. Deine Hand ist über mir. Deine Hand ist unter mir und ich berge mich darin. Deine Hand ist unter mir. Und ich falle niemals tiefer als in deine Hand. Amen.